Jubiläumsausflug Juni 19


Von Osterfingen bis Hemmenhofen. Von den Blumengärten bis zu Otto Dix. Ein Bericht von Sibylle Hug.

Donnerstag, 20. Juni

Bei Sonnenschein besammelte sich unsere fröhliche Gruppe im Inseli und konnte pünktlich abfahren. Nach einer kurzweiligen Fahrt hielt unser Bus in Osterfingen, einem verschlafenen 380  Seelen-Dorf im Kanton Schaffhausen. Nach einer kleinen Stärkung in einem Weinkeller begaben wir uns in strömendem Regen auf den Gartenpfad. Dieser Gartenpfad befindet sich vor den Häusern entlang der Hauptstrasse. Wir staunten über die mit viel Liebe gepflegten und ganz unterschiedlichen Gärten (27 in der Zahl). Teilweise waren die Gärten nur wenige Quadratmeter gross, aber es war erstaunlich, wie viele verschiedene Pflanzen auf so kleinem Raum gedeihen. Die verschiedenen Düfte und strahlenden Farben liessen uns den Regen vergessen. Unsere Referentin, BarbaraLinsi, verlieh jedem Garten noch eine eigene Geschichte und sie konnte uns viele nützliche Tipps für das Gedeihen der einzelnen Pflanzen mitgeben. So erstaunt es nicht, dass diese Tour länger als geplant dauerte und Lisa Mühe hatte, uns wieder zum Einsteigen in den Bus zu bewegen. Mit gutem Vorsatz und Motivation, dies in unseren eigenen Gärten oder auf dem Balkon umzusetzen, setzten wir uns wieder in den Bus.

 

Unser nächster Programmpunkt Triboltingen

Unser Car-Chauffeur, Peter, kurvte gekonnt durch enge Quartierstrassen und setzte uns in einem Villenquartier ab. Gabriele und Heinz Seufert, ehemals wohnhaft in Kastanienbaum, empfingen uns sehr herzlich in ihrem eigens für ihre Kunstsammlung gebauten Haus. Nach einer kurzweiligen Einführung von Heinz Seufert bestaunten wir zuerst seine erste Sammlung – imposante Glasskulpturen –  und anschliessend ging es ins Schaulager, wo wir seine momentane Ausstellung von zeitgenössischen Künstlern besichtigten. Ein Highlight war  das künstlerische Video über einen kopflosen Schlagzeuger. Es war einmalig, dass wir diese private Sammlung besichtigen durften. Das Ehepaar Seufert entschied sich spontan, uns bei unserem Nachtessen in Gottlieben Gesellschaft zu leisten.

 

Nach kurzer Fahrt zum Arenenberg besichtigten wir das Napoléonmuseum – ein Palais, das von Hortense de Beauharnais, der Mutter von Napoléon III. erbaut wurde. Die Räume waren mit ihren Möbeln eingerichtet.  So liessen wir uns in die Jahre 1817-1837 zurückversetzen und bewunderten die ganze Einrichtung. Gewisse Familienmitglieder von Napoléon III bekamen so ein Gesicht und eine Geschichte.

Nur ein paar Fahrminuten vom Arenenberg entfernt befindet sich Gottlieben, wo wir in einem alten Riegelbau, im Hotel Drachenburg, unsere Zimmer bezogen. Kurz konnten wir die Beine hochlagern und im Bodensee, der über die Ufer getreten war, kneipen, bevor wir auf der Terrasse mit toller Aussicht auf den Bodensee mit einem von Lisa gesponserten Kir Royal auf 60 Jahre Soroptimist Club Luzern und Lisas Geburtstag anstiessen. Lisa, nochmals herzlichen Dank für den Apéro!

In einem für unsere Grösse perfekten Saal wurden wir mit einem feinen 3-Gang-Menü verwöhnt. Monika sponserte den Wein – auch Dir Monika einen ganz grossen Dank!

Anschliessend gab Sibylle einen Rückblick auf die tolle Grankulla-Reise, an welcher acht Soroptimists aus unserem Club teilnehmen durften. Um diesen Rückblick zu versüssen verteilte Bettina direkt von Finnland eingeflogene finnische „Schöggeli“ – herzlichen Dank. Da während dieser Reise auch über den Soroptimist-Song gesprochen wurde, versuchten wir diesen im Anschluss an den Rückblick alle zusammen zu singen. Wie erwartet liess das Resultat zu wünschen übrig. Aber zumindest wissen nun alle, dass es einen Song gibt und es wurden auch Ideen laut über einen neuen, schweizerdeutschen Text mit rassiger Melodie dazu. Wir sind gespannt, ob die Betreffenden Zeit und Musse haben dies umzusetzen….

Mit angeregten Gesprächen verging der Abend viel zu schnell, sodass es nicht verwunderlich war, dass sich anschliessend noch eine kleine Gruppe in die Bar setzte und diesen Abend nicht so schnell beenden wollte. Bei einem Gin Tonic – dieses Mal gesponsert von Rosemarie Sigrist, auch Dir herzlichen Dank- wurde nochmals viel gelacht und geschwatzt. Zur frühen Morgenstunde siegte dann die Vernunft und auch dieses Grüppli legte sich, z.T. nach erneutem Kneippen, schlafen.

 

Freitag, 21. Juni

Nach einer guten, jedoch kurzen Nachtruhe erschien eine nach der andern von uns zum Frühstück. Zwischenzeitlich waren wir alle gut getrimmt, sodass wir alle trotz Einkaufen von Gottlieber Hüppen pünktlich wieder am Schiffssteg bereit standen, und wir sogar noch Zeit für ein Gruppenfoto hatten. Unter einem praktisch wolkenlosen Himmel genossen wir die Schiffsfahrt von Gottlieben nach Gaienhofen, wärmten uns an der Sonne, genossen die Ruhe und hatten wieder angeregte Gespräche. Wir schwelgten in Gefühlen von Glücklichkeit, Freiheit und Ferien.

 

In Gaienhofen standen wir nach kurzem Fussmarsch vor einem schweizerisch anmutenden Haus mit erneut üppigem Garten. Eva Eberwein empfing uns im Garten und zog uns in den Bann mit ihrer Erzählung über Mia Hesse, der ersten Ehefrau von Hermann Hesse. Sie hatte das Haus gebaut und im Gegensatz zu Hermann Hesse während ihrer Ehe auch dauernd dort gewohnt. Beim Rundgang durch das Haus wurde uns in jedem Zimmer wieder ein Teil ihrer Biographie erzählt. Das Schicksal dieser Frau berührte uns alle sehr, liess uns nachdenklich und traurig stimmen. So tat es gut, draussen wieder das fröhliche Vogelgezwitscher zu hören und die blühende Natur zu sehen. Mit einem kleinen Fussmarsch zum Restaurant „Zum Fährmann“ konnten die gehörten Worte verarbeitet und die gedrückte Stimmung wieder aufgeheitert werden.

Im Garten dieser Wirtschaft stärkten wir uns mit feinen Fischknusperli und Salat.

Anschliessend ging es zu unserem letzten Programmpunkt: Das Otto-Dix-Haus in Hemmenhofen. Abermals bekamen wir eine lebendige Einführung in das Leben und Werk des Malers und wir tauchten wieder in ein anderes Schicksal ein. Da Otto Dix den ersten Weltkrieg als Soldat erlebt hatte, verstanden wir, weshalb seine Bilder oft um dieses Thema kreisen. Es war unglaublich zu sehen, wie Otto Dix mit Pinselstrichen Leben und Empfindungen in die gemalten Menschen einhauchen konnte.

Blick aus dem Atelier von Otto Dix
Ein herzliches Dankeschön Lisa!

 

 

 

 

 

 

 

 

Bald schon wartete wieder der Car auf uns, sodass es Zeit war, die Heimreise anzutreten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So wie sich Lisa auf diesem Foto gefühlt hat, so haben wir uns alle während diesen zwei Tagen gefühlt!

Wir danken Lisa nochmals ganz herzlich für diese tolle Reise, die sie für uns bis in jedes Detail professionell organisiert hat. Die viele Arbeit/Zeit, die Lisa in dieses „Projekt“ hineingesteckt hat können wir nur erahnen. Lisa, Du hast uns ein sehr abwechslungsreiches, interessantes Programm zusammengestellt. Dank Dir durften wir neue Orte, neue Künstler und unbekannte Biographien kennenlernen. Unser Horizont hat sich wieder um einiges erweitert!

Wir hatten aber auch Zeit um uns auszutauschen, zu lachen und einander besser kennenzulernen. Vom ersten Einstieg in den Car bis zum letzten Ausstieg aus dem Car waren wir eine fröhliche und harmonische Gruppe. Dies ist zum Gelingen einer solchen Reise ebenso wichtig und dafür danke ich Euch allen.

Es werden hoffentlich nicht wieder 60 Jahre vergehen bis der Soroptimist Club Luzern sich auf eine weitere Reise begibt….