Meeting August 17


Klassifikationsvortrag von Karin Simmen – Architektin, Quartierbewohnerin, Gastgeberin

Ihre Leidenschaft für Architektur, für das Praktische und Schöne, erkennt man bei einem Hausbesuch. Den liessen sich 18 Soroptimists nicht entgehen.

 

 

 

 

 

Das Haus

Beim Kauf war es eine Ruine. „Heute ist das Haus für mich ein Kraftort“, sagt Karin Simmen. Denn aus dem rund  400-jährigen Bauernhaus haben die Simmens ein Bijou geschaffen, mit viel Geschmack eingerichtet und saniert mit Rohmaterialien wie Holz, Beton, Asphaltplatten, Eisen. Doch bis es soweit war, hat es gedauert. Die Simmens hatten zunächst nie die Absicht, das Haus zu erwerben und versuchten, Kollegen zum Kauf zu überreden. Das misslang. Dafür wurde ihnen klar, dass sie ihr Herz an das Haus verloren hatten. Sie

 

 

 

kauften es, obwohl ihnen viele Bekannte davon abrieten: zu schattig, zu feucht, zu baufällig, zu…

Sieben Jahre dauerte die Bauzeit. Heute ist das Haus renoviert und hat einen modernen Anbau. Es sind zwei Stile, dich sich wunderbar ergänzen. Die Simmens arbeiten und wohnen auf sechs Ebenen, die nach dem Splitlevel-Prinzip ins jeweils andere Gebäude führen.

 

 

 

 

 

Das Quartier

Vier Elemente brauche es für das Leben in der Stadt: habiter, travailler, cultiver le corps et l’ ésprit, circuler. Dieser Prämisse des Schweizer Architekten Le Corbusier folgend, führte Karin Simmen 18 Soroptimist an  interessante Ecken des Bruchquartiers. Sie erzählte aus der Zeit, als das Quartier ausserhalb der Stadt lag, geprägt von Wiesen und einem Kloster und wie es sich zum städtischen Quartier entwickelte, als die Städte boomten. Es brauchte Wohn- und Arbeitsraum, Strassen wurden angelegt, Häuserblöcke gebaut. Für einige Soroptimists war der architektonische Spaziergang, eine Offenbarung.

 

 

 

 

Karin

Zur Architektur fand Karin Simmen erst im zweiten Anlauf. In Neuhausen aufgewachsen, in einer Familie mit deutschen Wurzeln, war ihr Ziel, Lehrerin zu werden mit Spezialisierung Heilpädagogik. Doch nach praktischen Erfahrungen wusste sie, dass dieser Beruf nicht der Passende ist.

Der entscheidende Tipp kam dann von ihrem jetzigen Mann, nachdem sie ihm mehrfach beim Bau von Modellen und beim Zeichnen geholfen hatte und auf gemeinsamen Architekturreisen eine Ahnung von dieser «Fremdsprache Architektur» bekam. Sie besuchte das Abendtechnikum und schloss  1992 ab. Seither führt sie gemeinsam mit ihrem Mann das Architekturbüro karin+martin d simmen. Die beiden haben beispielsweise für die CKW gearbeitet und dabei auch ein Grossprojekt realisiert. Ihre Spezialität aber ist der Umbau und die Renovation alter Häuser. Aktuell bauen sie ein altes Chalet aus der Jahrhundertwende um.

 

 

 

 

 

 

 

Die Musik und ihr politisches und gesellschaftliches Engagement sind ebenfalls wichtige Aspekte ihres Lebens, die Karin nur kurz streifte. Und dass sie auch eine tolle Gastgeberin ist, haben wir Sorptimist an einer reich gedeckten Tafel mit Burritos und Fruchtdessert erlebt.