Meeting Februar 2019


Karin Jost, Stefanie Brunner, Janine Häfliger

Beim Fahrstil der Chauffeusen wird weniger reklamiert

550 Mitarbeitende haben die Verkehrsbetriebe Luzern VBL. Davon sind 14 Prozent Frauen. Drei von ihnen waren an unserem Februar-Meeting zu Gast und erzählten von Lust und Frust in ihrem Job.

Stefanie Brunner und Karin Jost arbeiten seit mehreren Jahren als Chauffeusen. Die eine Ende 20, die andere Anfang 50 haben den Beruf im Blut. Beide haben Väter, die bereits bei den VBL arbeiteten. Trotzdem sind beide Quereinsteigerinnen.  Stefanie war Lastwagenchauffeuse, Karin Coiffeuse. Begleitet wurden die beiden von Janine Häfliger. Sie ist HR-Beraterin bei den VBL und dafür zuständig, dass die Stellen nicht nur besetzt, sondern auch die richtigen Bewerber ausgewählt werden.

Viele Fragen aus dem Publikum

Das Interesse war gross und Janine Häfliger musste sich wehren, damit die Antworten nicht den Inhalt ihres Referats vornewegnahmen. Hier eine Auswahl

Was ist schlimmer. Der Morgen- oder der Abendverkehr?
Der Abendverkehr. Die Menschen sind gestresster und aggressiver. Sowohl die Passagiere wie auch die Autofahrer.

Welches sind die stressigsten Orte auf euren Touren?
Der Luzernerhof, wenn man vom Verkehrshaus stadteinwärts fährt, weil man den Velostreifen queren muss. Das ist sehr heikel. Oder vom Schwanen- Richtung Löwenplatz, weil viele Autos die Spur wechseln.

Wie verhaltet Ihr euch gegenüber unangenehmen Passagieren?
Karin: ich lasse mich nicht aus der Ruhe bringen und denke mir «die Gedanken sind frei…». So fahre ich gut.
Janine: In heiklen Situationen kann man die Leitstelle anrufen. Es wird sehr schnell geholfen. Die Solidarität unter dem Personal ist sehr gross. Zudem werden die Fahrerinnen und Fahrer geschult, wie sie mit schwierigen Passagieren umgehen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VBL – ein Meltingpot

Der Bedarf an Fahrdienstpersonal ist gross. Geeignet ist, wer logisch denken kann, ein einwandfreies Fahrverhalten zeigt und eine gute Reaktionsfähigkeit hat.
24 Nationalitäten arbeiten bei den VBL. 14 Prozent sind Frauen, 86 Prozent Männer. Sie sind zwischen 15 und 68 Jahre alt und haben ganz unterschiedliche Ausbildungen. Sie seien ein gutes Team, man kenne sich und die VBL seien ein guter Arbeitgeber, der zu seinen Leuten schaue, erwähnen alle drei Frauen. Und, um noch einmal auf die Frauen zurückzukommen. Die Frauen pflegen nicht nur den angenehmeren Fahrstil, wie Feedbacks der Passagiere belegen. Sie verursachen auch weniger Schadenfälle. Von den 112 Mitarbeitern, die an einer Kollision beteiligt waren, waren lediglich 12 Frauen.